Wissen und Handeln

 

Eine sehr selektive und unvollständige Darstellung einiger Wissens- und Handlungsquellen

 

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Strategie

 

Henry Mintzberg, Strategy Safari: Eine Reise durch die Wildnis des strategischen Mangements, Wien 1999

 

Ein faszinierendes Buch: Mintzberg umschreibt alle aktenkundig gewordenen Strategieansätze in einer Geschichte der Strategieentwicklung dar. Er stellt die einzelnen Richtungen und Epochen ausführlich und kommentiert auf 450 Seiten dar. Bei entsprechender Neigung ist das Buch wie ein Krimi zu lesen. Es gibt ein Wissen über die Bandbreite dessen, was unter Strategie verstanden werden kann und ein Gefühl für das, was am Schluss wirklich wichtig ist. Achtung: das Buch gibt keine Handlungsgrundlagen, es geht vielmehr um die Haltung, den Geist von „Strategien“

 

 

Roman Lombriser, Peter A- Abplanalp, Strategisches Management: Visionen entwickeln, Strategien umsetzen, Erfolgspotentiale aufbauen, Zürich 1998

 

Will man Praxis strategisch gestalten, so bietet dieses Buch eine Fülle von Zugängen zur Umsetzung. Das Buch basiert auf einem eigenen Strategieplanungsmodell, das Schritt für Schritt vorgestellt und durchgespielt wird. Mit einem Anhang an Praxisbeispielen. Die Herausforderung ist, die richtige Selektion unter der Fülle von Hinweisen zu treffen. Auf 450 Seiten ist aber alles enthalten, was zur Werkzeugkiste der Strategieentwicklung und Umsetzung gehört.

 

 

Organisationsentwicklung, Führung von Organisationen

 

Friedrich Glasl: Bernard Livegoed, Dynamische Unternehmensentwicklung: Wie Pionierbetriebe und Bürokratien zu schlanken Unternehmen werden, Bern; Stuttgart; Wien 1996

 

Bevor eine Situation angegangen werden kann, ist der Kontext zu beachten. Das gilt von der Therapie bis zur Organisationsentwicklung. Glasl umreisst ein Modell einer Klassifizierung der Phasen der Unternehmensentwicklung, das sehr anwendungsfreundlich ist. Das Buch beschreibt dies auf 200 Seiten und zeigt zu jeder Phase die Symptome, die Stärken und Schwächen auf und gibt damit die Grundlage für Interventionen.

 

 

Friedrich Graf-Götz; Hans Glatz, Organisationen gestalten: Neue Wege und Konzept für Organisationsentwicklung und Selbstmanagement, Weinheim und Basel 1998

 

Das Arbeitsbuch ist eine Sammlung von verschiedenen Zugängen wichtigen Fragestellungen. Es ist eine Fundgrube an Methoden und Vorgehensweisen. Da es auf 250 Seiten diese Methoden auch grafisch ansprechend darstellt, ist es eher eine Sammlung. Mit einigen Vorkenntnissen angewendet, ist es sehr hilfreich, um immer wieder mal eine Anregung zu erhalten. Die Hintergründe und die konkrete Anwendung der Methoden muss jedoch anderweitig beschaffen werden.

 

Paula Lothmar und Edmond Tondeur, Führen in sozialen Organisationen, ein Buch zum Nachdenken und Handeln, Bern; Stuttgart; Wien 1993

 

Ein Klassiker für die Führungskräfte im Sozialbereich, teilweise übersetzbar auf andere Nonprofit-Organisationen. Dieses Buch kann als Wegbegleiter Zugänge und Reflexion von wesentlichen Fragestellungen einer Organisation unterstützen. Es umschreibt auf 250 Seiten alles was nötig ist und zeichnet sich dadurch aus, dass man sich nicht in Varianten und Wissen verliert, sondern dass – mit Hilfe des Anwendungsteils – das Nachdenken eine gute Form erhält und so mit anderen in der Organisation geteilt werden kann, dass die daraus folgenden Massnahmen mitgetragen werden. Für Führungskräfte im Sozialbereich ein Muss.

 

 

Jack Rothmann; John Erlich; Joseph Teresa, Innovation und Veränderung in Organisationen und Gemeinwesen: ein Handbuch für Planungsprozesse, Freiburg 1979

 

Ein Buch mit einem Alter, das heute nur noch im Brockenhaus vorkommt. Und doch haben die Autoren auf rund 200 Seiten wichtiges mitzuteilen: Sie haben für einmal keine Theorien, sondern haben verfolgt, wann Veränderung eintritt und haben daraus 4 Handlungsleitlinien abgeleitet, die sie dann auch detailliert ausführen. Wer diese Handlungsleitlinien ernst nimmt, kann als Mitglied einer Organisation auch heute noch seine Wirksamkeit verbessern.

 

Kenneth Blanchard, Gung ho: Wie Sie jedes Team in Hochform bringen,

 

Ein Büchlein, das als Geschichte angelegt ist. Es ist sehr leicht zu lesen und zeigt auf, dass bei einem laufenden Unternehmen unter bestimmten Bedingungen alleine mit den Faktoren einer klaren Zielbestimmung, Rollenklärungen und Belohnungssystemen viel Entwicklung möglich ist. Nicht immer muss alles umgestellt oder nur die Konzepte bearbeitet werden.

 

 

Beraten (von Einzelnen, Teams, Organisationen, Führungskräften)

 

Eva Renate Schmidt; Hans Georg Berg, Beraten mit Kontakt: Handbuch für Gemeinde und Organisationsberatung, Offenbach 1995

 

Ein sehr umfassendes und aus fundierter Praxis geschaffenes Buch. Es beschreibt die verschiedensten Zugänge zu Organisationsfragen, stellt viele selbst entwickelte Hilfsmittel vor, zieht bei spezifischen Fragen andere Fachleute bei. Es gibt auf 450 Seiten das Handwerkzeug, mit dem Beraten mit Kontakt möglich ist. Der Kontakt erst macht aus Sicht der AutorInnen aus, dass die Arbeit Früchte tragen kann.

 

 

 

Allgemein

 

Dieter Schwanitz, Bildung: Alles, was man wissen muss, Frankfurt 1999

 

Ein besonderes Buch: es enthält wirklich alles, was wir unter abendländischer humanistischer Bildung verstehen. Der Autor versucht liebevoll, das ganze Wissen auf gut 500 Seiten so zusammenzufassen, dass es diskutierbar und in der Konversation einsetzbar wird. Eine immense Fundgrube und ein Nachschlagewerk zugleich. Aufmerksam gelesen zeigt das Buch auf, wie wenig es nützt, wenn wir gebildet sind, da das weder zum Gelingen des Alltags noch zum Glück beiträgt.

 

 

Insa Sparrer, Mathias Varga von Kibéd, Ganz im Gegenteil: Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen –für Querdenker und solche, die es werden wollen, Heidelberg 2000

 

Systemaufstellungen sind faszinierend und natürlich auch im Trend. Die wichtigsten Personen neben Hellinger, der Familienaufstellungen bekannt gemacht hat, umschreiben hier die Grundsätze und Logik des Aufstellens sowohl in Familien wie auch Organisationen. Neben vielen Bücher mit Handlungsanweisungen für Aufstellungen, die man aber sowieso nicht ohne fundierte Ausbildung, Übung und Begleitung versuchen sollte, ist hier sehr nüchtern auf 200 Seiten das Prinzip umschrieben. Mit etwas Ausdauer ein sehr bereicherndes Buch, nicht zuletzt auch, weil es hilft, viele Formen der Aufstellungen kennenzulernen und sie je nach dem mit Schuhen, Stühlen oder Fingerpuppen nachzustellen. So kann Wirkung und Klarheit ohne die von Hellinger bekannten „Kolateralschäden“ erzielt werden.

 

 

Insa Sparrer, Wunder, Lösung und System: Lösungsfokussierte Systemische Strukturaufstellungen für Therapie und Organisationsberatung, Heidelberg 2001

 

Eine Fortsetzung von „Ganz im Gegenteil“: In konkreter Form, auch sprachlich näher am Alltag, wird an Beispielen aufgezeigt, wie die lösungsorientierten Aufstellungen vor sich gehen. Ein sehr interessanter Einblick in die viel erwähnten Aufstellungen, der „das Fleisch“ an die in obgenannten Buch konstruierten Knochen bringt. Auf 450 Seiten wird die Anwendung der verschiedenen Varianten von Aufstellungen dargelegt.

 

 

 


Einige Zitate zu „Wissen und Handeln“

 

 

Man muss die Ziele so legen, dass sie einem entgegenkommen.

 

Theodor Fontane, 1819 – 1898, deutscher Schriftsteller

 

 

Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als der ohne Ziel herumirret.

 

Gotthold Ephraim Lessing, 1729 – 1781, Hamburgische Dramaturgie, Ankündigung

 

 

 

Der gerade Weg ist der kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt.

 

Georg Christoph Lichtenberg, 1742 – 1799, Prof. der Naturwissenschaften

 

 

Wer sich am Ziele glaubt, geht zurück.

 

Lao-Tse, 300 vor Chr., chines. Philosoph

 

 

Der Intellekt hat ein scharfes Auge für Methoden und Werkzeuge, aber er ist blind gegen Ziele und Werte.

 

Albert Einstein, 1879 - 1955

 

 

Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: Dein Wandern zum Ziel.

 

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, 1830 – 1916, Aphorismen